Finnland ist Weltmeister: Konsta Helenius bricht in der Verlängerung Schweizer Herzen
Finnland ist Weltmeister. Konsta Helenius bezwang Leonardo Genoni in der 10:42. Minute der Verlängerung, entschied damit ein torloses Goldmedaillenspiel und entriss dem Gastgeber Schweiz vor 10 000 fassungslosen Fans in der Swiss Life Arena den fünften IIHF-WM-Titel.
Für Finnland ist es das erste Gold seit 2022 und der fünfte Titel der modernen Ära. Für die Schweiz ist es die fünfte Silbermedaille innerhalb von dreizehn Jahren, ein Schmerz, den das Land lange zu verarbeiten haben wird.
Wie es endete
Um 20:20 fiel der erste Puck, und über drei reguläre Drittel hinweg fand keine der beiden Mannschaften einen Weg ans Ziel. Genoni war sechzig Minuten lang perfekt. Justus Annunen auf der anderen Seite hielt Save um Save mit. Das erste Drittel endete torlos bei einem Schussverhältnis von 7:14 zugunsten der Schweizer. Das zweite ging mit 8:2 Schüssen ebenfalls an die Schweiz, blieb aber auch ohne Tor. Das dritte kippte mit 6:4 Schüssen zugunsten Finnlands, und die Partie ging in eine Verlängerung mit vier gegen vier.
Nach zehn Minuten und 42 Sekunden eroberte Anton Lundell in der Offensivzone einen freien Puck und legte für Helenius auf. Der 19-Jährige, der schon im Halbfinal gegen Kanada getroffen hatte, hämmerte die Scheibe an Genoni vorbei und versetzte den Dolchstoss. Mikko Lehtonen wurde der zweite Assist gutgeschrieben. Genoni wurde in dem Moment vom Eis genommen, in dem die Scheibe die Linie überquerte. Die finnische Bank leerte sich.
Helenius, der Held
Konsta Helenius ist die Geschichte des Abends. Der Talentpool der Buffalo Sabres, im Draft-Jahrgang 2024 unter den ersten zehn gerankt, kam als jüngster Stürmer Finnlands ins Turnier und verlässt es mit 19 Jahren als Schütze des Goldtores. Bereits im Halbfinal gegen Kanada hatte er im zweiten Drittel den Ausgleich erzielt. Heute Abend hat er vollendet, was er begonnen hatte.
Für Headcoach Antti Pennanen, der 2023 zu Finnland kam, nachdem er 2019 als Assistent zum Gold-Staff gehört hatte, ist dieser Titel eine Rehabilitation. Pennanen soll nach der enttäuschenden Olympia-Vorstellung im Februar auf dem Schleudersitz gesessen haben. Finnland antwortet jetzt mit einem WM-Gold.
Annunens Shutout
Justus Annunen parierte alle 22 Schüsse, holte den Shutout und das Goldspiel. Der 25-jährige Backup der Colorado Avalanche war das ganze Turnier hindurch eine Bank und lieferte in der grössten Nacht seine sauberste Leistung. Joonas Korpisalo war Ersatztorhüter.
Genonis Drama
Leonardo Genoni war auf irrwitzige Weise der Verlierer. Der 38-jährige Zuger Goalie liess in 70 Minuten und 42 Sekunden Spielzeit nur einen Treffer bei 28 Schüssen zu, einen einzigen Puck, der ihn schlug. Im Halbfinal gegen Norwegen hatte er noch komplett zu Null gespielt. Heute Abend war er sechzig Minuten lang perfekt, und ein einziger Schuss kippte seine Karriere zu einem vierten WM-Silber. Genoni hat damit vier WM-Finals verloren (2018, 2024, 2025, 2026). In seinem Alter dürfte das seine letzte Chance gewesen sein.
Schweizer Schock
Für die Schweiz geht der Silberfluch weiter. Die fünfte Finalniederlage in dreizehn Jahren, 2013, 2018, 2024, 2025 und jetzt 2026. Roman Josi führt sein Team erneut zu Silber. Timo Meier kehrte nach abgesessener Sperre zurück und stand 22:51 Minuten auf dem Eis, ohne zu treffen. Nico Hischier dominierte die Bullys mit 64,71 Prozent, fand aber den Weg ins Tor nicht. Christoph Bertschy, der Held des Halbfinals, blieb ohne Skorerpunkt. Cadieux, in seinem ersten Turnier als Schweizer Nationaltrainer, sah sein Team siebzig Minuten lang auf Augenhöhe mit Finnland und verlor das Spiel in einem einzigen Augenblick.
Die 12 000 in Zürich verabschiedeten ihre Mannschaft mit Standing Ovations, als ihnen die Silbermedaillen umgehängt wurden. Dann fuhren die Finnen aufs Eis. Barkov reckte den Pokal. Helenius strahlte. Annunen wurde zum wertvollsten Spieler des Turniers gekürt.
Endklassement
- Gold: Finnland - Silber: Schweiz - Bronze: Norwegen (das erste in der Verbandsgeschichte) - Vierter Platz: Kanada
Die IIHF-Eishockey-Weltmeisterschaft 2026 endet, wie sie begonnen hat: mit Finnland zuoberst auf dem Podest.