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Vor dem Finale

Vorschau auf das Finale: Schweizer Silberfluch gegen Finnlands Champion-DNA

Hockey Worlds · 2026-05-31

Schweiz gegen Finnland. Swiss Life Arena. 12 000 ausverkauft in Zürich. Bullyzeit 20:20. Das Finale der IIHF-Eishockey-Weltmeisterschaft 2026 ist genau das Duell, das der Spielplan versprochen hat, und das, dem die Schweiz seit dreizehn Jahren nachjagt.

Der Silberfluch

Seit 2013 hat die Schweiz viermal im WM-Finale gestanden: Niederlage gegen Schweden in Stockholm 2013, Niederlage gegen Schweden im Penaltyschiessen in Kopenhagen 2018, Niederlage gegen Tschechien in Prag 2024, Niederlage gegen die USA in der Verlängerung in Stockholm 2025. Viermal Silber, null Gold, und nun der heikelste Anlauf von allen: ein Heimfinal vor ausverkauftem Haus gegen ein finnisches Team, das genau weiss, wie man solche Spiele zu Ende bringt.

Die Schweiz war in der Moderne nie Weltmeister. Das Silber von 1953 in Zürich ist die einzige bisherige Medaille der Landesgeschichte. Ein Goldgewinn heute Abend wäre der erste überhaupt.

Finnlands Champion-DNA

Finnland hat in den letzten sieben WM-Ausgaben zweimal Gold gewonnen, 2019 in Bratislava und 2022 in Tampere auf eigenem Eis, dazu Olympiagold 2022 in Peking. Sie sind das, was dem Welteishockey am nächsten an einem unerschütterlichen K.-o.-Team kommt. Aleksander Barkov ist nach einer Saison Pause wegen eines Kreuzbandrisses zurück als Captain und kehrt erstmals seit der WM 2016 ins Nationaltrikot zurück. Er bringt zwei Stanley-Cup-Siege in Folge als Captain der Florida Panthers mit, eine dritte Selke Trophy und die Bilanz eines Spielers, der in den wichtigen Spielen liefert.

Headcoach Antti Pennanen, 2019 als Assistent Teil des Goldteams, hat eine Mannschaft geformt, die an Finnlands letzte Sieger erinnert: strukturiert, stark im Zentrum, bereit, knappe Spiele auf die harte Tour zu gewinnen.

Das Torhüter-Duell

Leonardo Genoni ist 38 Jahre alt. Er hat nie ein NHL-Spiel bestritten. Er war an drei Weltmeisterschaften der beste Torhüter und 2025 Turnier-MVP. Drei Silbermedaillen stehen bisher zu Buche. Beim Shutout-Sieg im Halbfinal gegen Norwegen am Samstag liessen seine 20 Paraden seine Karrierewerte in der K.-o.-Runde an einer WM in seltene Höhen schnellen. Heute Abend schlägt die elfte Stunde einer Mission, die dreizehn Jahre dauert.

Justus Annunen auf der anderen Seite ist im ganzen Turnier Finnlands Nummer eins gewesen und stand beim 4:2-Halbfinalsieg gegen Kanada wie ein Fels, 27 Paraden bei 29 Schüssen. Der 25-jährige Backup von Colorado Avalanche ist die nächste Antwort auf eine Position, die Finnland seit Jahren besetzt. Backups: Reto Berra für die Schweiz, Joonas Korpisalo für Finnland.

Aufstellungsänderungen

Die Schweiz hat **Timo Meier zurück**, nachdem er wegen eines Knie-an-Knie-Checks gegen Schwedens Oskar Sundqvist im Viertelfinal ein Spiel IIHF-Sperre absitzen musste. Der Flügel der New Jersey Devils hatte das Halbfinal gegen Norwegen verpasst. Die Schweiz streicht Nicolas Baechler aus der Aufstellung. Baechler hatte beim 1:0-Eröffnungstreffer von Christoph Bertschy gegen Norwegen assistiert, ein bitterer Entscheid, doch Cadieux setzt im wichtigsten Spiel seiner Trainerkarriere auf den robusteren Meier an Josis Flanke.

Sandro Aeschlimann ist der überzählige gesunde Torhüter. Lukas Frick sitzt erneut in der Verteidigung draussen.

Finnland nimmt keine Veränderungen vor. Die zwanzig Skater, die das 4:2 gegen Kanada erspielten, starten auch ins Finale. Sami Paivarinta, Harri Sateri und Mikael Seppala sind erneut die drei überzähligen gesunden Spieler.

Die Captains

Roman Josi, 35, bestreitet seinen 18. WM-Auftritt mit der Schweiz und sein viertes Finale. Der Norris-Trophy-Gewinner und Captain der Nashville Predators hat über 1000 NHL-Spiele absolviert und seinem Land bisher nie IIHF-Gold geliefert. Er hat dreimal Silber aus 2013, 2018 und 2023.

Barkov, 30, ist zum dritten Mal Finnlands Captain an einer WM. Er hat Bronze von Sotschi 2014 und Silber von der WM 2016 auf Senior-Stufe, aber kein Gold. Heute Abend könnte das erste Gold beider Captains fallen.

Schiedsrichter

Tobias Bjork (SWE) und Andre Schrader (GER) sind wieder als Hauptschiedsrichter angesetzt, dasselbe Duo, das das 6:0 im Halbfinal gegen Norwegen geleitet hat. Brian Birkhoff (CAN) und Anders Nyqvist (SWE) sind die Linienrichter.

Worauf zu achten ist

Ein finnisches Tor im frühen Powerplay. Ein Schweizer Start, der den Halbfinal kopiert. Ein 1:0-Spiel ins letzte Drittel. Die Halle. Genoni gegen Annunen, Save um Save, mit einem Stanley-Cup-Sieger auf der einen Bank und einem 38-Jährigen, der sein erstes Gold jagt, auf der anderen. Das ist das WM-Spiel, auf das die Schweiz gewartet hat, und das, in dem Finnland schon zu Hause ist. Auf zum Bully.